Wappen


Abb. 1: Stoßrapier mit großem Stichblatt neben einem sog. „Pariser“ mit kleinem Stichblatt.
Beide Waffen hatten spitze und dreieckige Klingen, die nicht selten letale Verletzungen verursachten.


Die zweitwichtigste Stellung nach dem Schläger kam dem – aus dem Orient stammenden –  Säbel zu. Hauptmerkmal dieser Waffe ist die typisch gekrümmte Klinge, mit der zum einen die gegnerischen Hiebe leichter abgewehrt werden konnten und zum anderen eine schwerere Verwundung des Gegners möglich war. Durch die Krümmung erhält der Säbel einen „Zug“, der tiefere Schnitte zur Folge hat.


Abb. 2: Paukant vor einer Partie auf Säbel, ca. 1907


Mittlerweile „ward der Säbel des Rostes Staub“, da in Deutschland das Prinzip der unbedingten Satisfaktion – und somit auch das Fechten mit dieser Waffe – seit dem Wiederaufleben des Waffenstudententums in den Jahren 1949/50 offiziell abgeschafft ist.


Abb. 3: Pauksäbel (rechts)

Mit dem beschriebenen Duell hat die heutige von uns praktizierte Mensur nichts mehr zu tun. Partien werden heutzutage ausschließlich mit sogenannten Korb- und Glockenschlägern gefochten. Über die Art der eingesetzten Klingen, den Schliff und alle weiteren die Mensur betreffenden Dinge vermag der Paukcomment eines jeden Hochschulorts  Aufschluss zu geben. Diese, von den Fechtchargierten ausgehandelten Partien, bei denen an Kraft und Größe gleichwertige Paukanten antreten, nennt man „Bestimmungsmensuren“. Ernsthafte Verletzungen sind durch mannigfaltige Schutzmaßnahmen (Mensurbrille, Kettenhemd, Bandagen etc.) ausgeschlossen.


Abb. 4: Akademische Waffen, von links nach rechts: Glockenrapier, Mensurschläger mit eingezogenen Farben, Säbel mit eingezogenen Farben, schwarzer Säbel (Korbsäbel), Fechtsäbel (österreichisches Modell), Glockenschläger, Korbschläger mit Terz- und Quartbügel, Korbschläger mit Terz- und Quartbügel und Verbindungsspangen, Pauksäbel.

Jeder wird spätestens am Punkte der Mensur für sich entscheiden müssen, ob unsere Gemeinschaft für ihn einen so hohen Stellenwert hat, daß er auch bereit ist, dafür mit scharfer Klinge einzustehen und eventuelle Narben in Kauf zu nehmen. Diese Entscheidung verlangt von jedem Mitglied eine gehörige Portion Überwindung. Allerdings setzt auch schon der Weg bis zur Mensur im Vorfeld vom Betreffenden ein hohes Maß des Pflichtbewusstseins und Gemeinsinns voraus. So wird ersteres nicht zuletzt durch die – für eine genügende Partie notwendigen –  regelmäßigen gemeinsamen Übungen gefördert; ebenfalls muss das Paukzeug in Ordnung gehalten werden, um schwerwiegende Verletzungen auszuschließen. Der Gemeinsinn erfährt durch die Mensurvorbereitungen sowie die Unterstützung der Bundesbrüder während der Partie Stärkung. Mittels ihres strengen Regelwerkes fördert die Mensur die Ritterlichkeit, da es nicht um Über- und Unterlegenheit geht, sondern um die Austragung eines Zweikampfes in gegenseitiger Achtung.


Abb. 5: Mensur in der Heidelberger Hirschgasse, ca. 1925


Die Burschenschaft Dresdensia-Rugia bekennt sich zum konservativen Prinzip, dem unbedingten Mensurfechten nach brauchgemäßer Forderung. Für sie stellt die beschriebene Mensur ein unverzichtbares Mittel der geistigen und körperlichen Erziehung ihrer Mitglieder zu wehrhaften und ehrbaren deutschen Männern dar.
 

Denn auf dem Mensurboden, im Angesichte des Gegenpaukanten, 

trennt sich schlussendlich die Spreu vom Weizen!

 

Kontakt