Wappen

Erbe

Seit ihrer Gründung am 12. Juni 1815 prägte die burschenschaftliche Bewegung die historische und politische Entwicklung Deutschlands. Im Folgenden werden die wichtigsten Ereignisse dargestellt, die in ihrer Gesamtheit das Erbe der Deutschen Burschenschaft repräsentieren und zu dessen Wahrung und Fortsetzung wir uns gegenwärtig und zukünftig verpflichtet fühlen. Vom burschenschaftlichen Idealismus durchdrungen, wirken die einstigen Leistungen bis zum heutigen Tag fort. Sie mahnen unsere Jugend zu einem selbstlosen gemeinschaftlichen Streben nach politischer Freiheit, der Freiheit der Wissenschaft, der Liebe zum Vaterland und zum verantwortungsbewussten politischen Handeln.


Fahne und Schwert der Urburschenschaft
Quelle: www.burschenschaft.de

Dieser Maxime folgend trafen sich zur Festigung und zum Ausbau ihrer noch jungen Idee am 18. Oktober 1817, dem Jahrestag der Reformation und der Völkerschlacht bei Leipzig, über 500 Burschen zum Wartburgfest in Eisenach. Von hier aus wurde die Forderung nach Grundrechten und nach staatlicher Einheit an alle deutschen Hochschulorte und zu den dortigen Studenten getragen. Zahlreiche burschenschaftliche Neugründungen folgten in kürzester Zeit, doch auch die Obrigkeit war auf den Plan gerufen. Diese nutzte die Ermordung des russischen Spions August von Kotzebue durch den Burschenschafter Karl Ludwig Sand, um die Karlsbader Beschlüsse am 20. September 1819 zu erlassen, die eine restriktive Verfolgung der Burschenschaften und deren Sympathisanten mit sich brachten.


Aufstieg der Burschen zur Wartburg am 18. Oktober 1817
Quelle: www.burschenschaft.de

Nach Jahren der Repression, der inneren Zerrissenheit und der Selbstfindung nahmen zahlreiche Burschenschafter schließlich am Hambacher Fest vom 27. Mai 1832 teil, in dessen Zuge die burschenschaftlichen Farben endgültig zu den deutschen Farben, zum Zeichen des deutschen Einheits- und Freiheitsstrebens wurden. Ebenso wie 15 Jahre zuvor reagierten die deutschen Regierungen unter der Federführung Metternichs auf die Forderungen, ein republikanisches Staatssystem der Völker zu schaffen, mit neuen Bundestagserlassen zur Einschränkung der Rechte der bestehenden Volksvertretungen, sowie der Versammlungs- und Pressefreiheit.


Das Hambacher Fest 1832
Quelle: www.burschenschaft.de

Ernüchtert von der Möglichkeit auf friedlichem Wege eine Veränderung zu erreichen, initiierten einige Burschenschafter mit dem Frankfurter Wachensturm vom 3. April 1833 schließlich einen gewaltsamen Umsturzversuch. Seinem Scheitern folgten über 1.800 Anklagen und ganze 39 Todesurteile, die erst später zu langjährigen Haftstrafen abgemildert wurden.

Der burschenschaftlichen Bewegung war somit ein empfindlicher Schlag versetzt worden. Erst die Revolution von 1848/49 führte zu einer erneuten auch vom Volke getragenen Artikulation der politischen Forderungen. 156 Burschenschafter gehörten schließlich der Nationalversammlung in Frankfurt an; der schwarz-rot-goldene Dreifarb wehte über der Paulskirche und wurde erstmals zu den deutschen Nationalfarben erklärt. Wenngleich die Revolution scheiterte, war mit ihr ein verfassungsrechtlicher Wertekanon entstanden, der im In- und Ausland noch zahlreiche Adaptionen finden sollte.


Das Hambacher Fest 1832
Quelle: www.burschenschaft.de

Nach dieser erneuten Niederlage waren die folgenden Jahrzehnte der burschenschaftlichen Bewegung weniger von politisch-revolutionären Taten geprägt. Verantwortlich war hierfür vor allem die Reichsgründung von 1871, mit dessen Entstehen viele Burschenschafter die politischen Ideen als erfüllt betrachteten und den Fokus auf die innere Konsolidierung der burschenschaftlichen Bewegung richteten. So gelang es 1874, mit der Gründung des Eisenacher Deputierten-Convents (EDC) und dessen Nachfolgeorganisation, dem Allgemeinen Deputierten-Convent (1881), erstmalig die Weichen für einen gemeinsamen burschenschaftlichen Dachverband zu stellen. Die Studentenverbindungen und mit ihnen die Burschenschaften erlebten eine Blütezeit, die durch zahlreiche Neugründungen, Hauskäufe sowie die Anerkennung durch die Gesellschaft geprägt war. Man arrangierte sich mit dem kaiserlichen Deutschland, der revolutionäre Charakter der Burschenschaften trat in den Hintergrund.


Burschenschaftsdenkmal in Eisenach (Einweihung 1902)
Quelle: www.burschenschaft.de

Der Erste Weltkrieg brachte eine Vertiefung dieses Schulterschlusses. Praktisch sämtliche wehrfähigen Burschenschafter zogen begeistert in den Krieg. Über 3.500 von ihnen blieben jedoch im Felde. Diejenigen, denen das Glück auf Heimkehr vergönnt war, fanden jedoch eine zerrissene Heimat vor. Elend, Hunger und die Putschversuche der Kommunisten verbreiteten in der Bevölkerung Angst und Schrecken.

Dem Chaos und den Umbrüchen dieser Zeit begegnete die Deutsche Burschenschaft mit dem inneren Schulterschluß. Durch die Eingliederung der österreichischen Burschenschaften in den eigenen Dachverband wurden die Strukturen gefestigt. Der Schutz des Deutschtums in den bedrohten Grenzlanden hatte fortan oberste Priorität. Zahlreiche Burschenschafter nahmen aktiv an den Grenzlandkämpfen teil, wie auch im Landesinneren auf Freikorpsseite gegen den kommunistischen Feind. Gewalttätige innenpolitische Auseinandersetzungen, wirtschaftlicher Niedergang und die schwere Bürde des Versailler Vertrages beförderten den geschlossenen Auftritt des burschenschaftlichen Dachverbandes. Durch die Zwangsauflösung der Burschenschaften im Jahre 1935 schien das Schicksal der Einzelbünde jedoch besiegelt. Ungeachtet dessen bewiesen zahlreiche Burschenschafter auch im Zweiten Weltkrieg ihren Mut und wurden hierfür mit höchsten Ehren ausgezeichnet.


Bundesbruder Ehrenfried Boege, General der Infanterie, 
Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub

Nach Ende des Krieges und der ausschließlich in Westdeutschland geduldeten Wiedergründung der Burschenschaften wurden diese erneut in ihre Pflicht gerufen. Das unter französischer Okkupation gestellte „autonome“ Saarland sollte auf schein-demokratischem Wege Frankreich zugeschlagen werden. Der aufkommende erfolgreiche Widerstand im Volke wurde gerade von Burschenschaftern mitgetragen und forciert. Ebenso verhielt es sich im Kampf um  Südtirol, das in den 1960er Jahren schutzlos der Italienisierung ausgesetzt wurde. Auch hier kämpften Burschenschafter unter Einsatz ihres Lebens erfolgreich für den Erhalt des deutschen Volkstums.

An den bundesdeutschen Universitäten wirkten die Burschenschaften schließlich als geistige Bastion gegen die 68er Bewegung. Auch war es die Deutsche Burschenschaft, die allzeit und vehement für die gesamtdeutsche Wiedervereinigung eintrat – während diese von vermeintlich konservativen Politikern bereits dem politischen Tagesgeschäft geopfert worden war. In dieser Tradition erheben wir Burschenschafter auch künftig unsere Stimme und nennen die Probleme beim Namen, die gegenwärtig die Existenz des deutschen Volkes bedrohen. Allen Widerständen zum Trotz scheuen wir uns daher nicht, auch im 21. Jahrhundert unerschrocken und unbeugsam für Ehre, Freiheit und Vaterland einzustehen.

 

Auftrag

Feststehend in althergebrachten, deutschen, studentischen Traditionen, geboren im Kampfe gegen Fremdherrschaft und Unterdrückung, immer wieder verfolgt, denunziert und verboten. In ihren Jugendjahren radikal revolutionäre Kraft, dann akademisch, kulturell, gesellschaftlich verdient, doch stets in der Lage der Bequemlichkeit zu entsagen, wenn das deutsche Volk, die Heimat in Not ist. Treu zu Gebräuchen und Riten stehend, doch den Blick in die Gegenwart und Zukunft gerichtet. Die Gedanken stets frei und der Mund nie verschlossen, wenn es diese mutig zu äußern gilt. Bereit, Idee und Wort allzeit tapfer und entschlossen zu verteidigen.

Freiheit im Geiste und Ehre im Tun ist unsere Pflicht, 

unser Erbe, unser Auftrag!

 

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